Vom Baum zum Bauholz – ein Besuch im Sägewerk verdeutlicht welche Arbeit hinter den ersten Stufen unserer Wertschöpfungskette steht. Gemeinsam mit der „Waldwirtschaft Falkenstein“ und rund 20 interessierten FBG-Mitgliedern besuchten wir daher am 08.05.2026 das Sägewerk „Rettenmeier“ und im Anschluss das „Aumaer Holz- und Imprägnierwerk“.

In zwei Gruppen aufgeteilt startete der Rundgang dort, wo die tonnenschweren Stämme ankommen. Nach dem Abladen erfolgt eine erste Sortierung, die als Grundlage für die weitere Verarbeitung dient. Beeindruckend große Maschinen schichten im Anschluss das Rundholz zu Poltern von über zehn Meter Höhe. Je nach Auftragslage wird das Rundholz in der Sägehalle präzise zugeschnitten. Teile des Stamms, die der ein oder andere vielleicht als Abfall bezeichnen würde, werden noch vor-Ort zu Hackschnitzeln verarbeitet um damit die hauseigenen Trocknungskammern zu betreiben, in der die fertig gesägten Produkte auf die gewünschte Restfeuchte getrocknet werden. Zu den Hauptprodukten des Rettenmeier Werks in Hirschberg gehören Konstruktionsvollholz (KVH) und Brettschichtholz (BSH). Bei der Herstellung von KVH verwendet das Werk nur Stammabschnitte von tadelloser Qualität. Dabei werden die entsprechenden Abschnitte mit einer Keilzinkung versehen und im Anschluss auf die gewünschte Länge zugeschnitten. Dieser Arbeitsschritt passiert bei hoher Geschwindigkeit mit außerordentlicher Präzision. Für Konstruktionen mit besonders hoher Belastbarkeit wird hingegen Brettschichtholz produziert, das aus längsseitig verleimten Vollholzlamellen besteht. Der Besuch bei Rettenmeier hat uns durch die enormen Dimensionen des Werks sowie die Präzision der Abläufe tief beeindruckt und bildete einen spannenden Kontrast zur familiären Struktur des weiteren Tagesverlaufs.


Nach dem Rundgang bot das gemeinsame Mittagessen im „Goldenen Anker“ in Tegau die perfekte Gelegenheit zum Austausch über die gewonnenen Eindrücke, bevor es im Anschluss in ein kleines, familiengeführtes Unternehmen in Auma ging.
In drei Gruppen aufgeteilt, bekamen wir von den beiden Geschäftsführern sowie einem weiteren Mitarbeiter eine Führung über das Betriebsgelände. Dabei wurden uns die einzelnen Produktionsschritte anschaulich erläutert, was einen tiefen Einblick in die Arbeitsabläufe ermöglichte. Hauptaugenmerk der Produktion liegt hier vor allem auf Produkten für den Garten, für Parks und Landschaftsbau. Dabei reicht das Sortiment von einfachen Zaunlatten über Gartentore bis hin zu kleiner dimensioniertem Konstruktionsholz für Carports oder Pergolen. Durch den Einsatz verschiedener Imprägnierverfahren veredelt das Unternehmen seine Holzprodukte für den Außenbereich effektiv um deren Haltbarkeit langfristig zu gewährleisten. Zudem führt der Betrieb in seinem Breitbandsägewerk spezialisierte Lohnzuschnitte von Nadel- und Laubholz durch, speziell Lärche und Eiche.

Der Vergleich beider Standorte verdeutlichte uns eindrucksvoll die Bandbreite der Holzindustrie: Auf der einen Seite die hocheffiziente Massenfertigung für den modernen Holzbau und auf der anderen Seite das spezialisierte Handwerk, das mit Tradition und technischem Know-how wertvolle Nischen besetzt. Mit vielen neuen Erkenntnissen über die Vielseitigkeit unseres heimischen Rohstoffs endete ein spannender und lehrreicher Exkursionstag.



